1. Deutsche Meisterschaften in philippinischem Combat-Arnis - IMAF Seite

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1. Deutsche Meisterschaften in philippinischem Combat-Arnis

Arnis in Deutschland

Ein sporthistorisches Ereignis fand in Stegen bei Freiburg statt, als sich zum ersten Mal alle Arnis-Kämpfer der Bundesrepublik zu ihren ersten Deutschen Meisterschaften trafen. Organisiert wurden diese Titelkämpfe von der "International Philippine Martial Arts Association" Sektion Germany, Aurichter waren das Karate- und Fitness-Dojo Stegen und das Akademische Karate-Dojo Freiburg. Bei einem mehrtägigen Vorbereitungslehrgang, der persönlich vom Welt-Cheftrainer der IPMAA J.C. Brocka 5. Antas (Meistergrad) Combat-Arnis [1] geleitet wurde, hatten alle Teilnehmer Gelegenheit ihren Stil und ihre Kampftechniken zu verbessern.

Meister Brocka war vor einigen Jahren von den Philippinen nach Europa gekommen, um hier die seltenen philippinischen Waffenkünste wie Arnis u.a. zu lehren und zu verbreiten. Er besitzt den höchsten Meistergrad in philippinischem Combat-Arnis, das als eine der härtesten und wirkungsvollsten Kampfarten überhaupt gilt, hat den 6.Dan in Karate und war 3facher asiatischer Full-contact Karatemeister sowie Vizeweltmeister im traditionellen Stil. Dank seiner hervorragenden Lehrmethodik konnte er in kurzer Zeit viel deutsche Arnis-Sportler zu guten Kämpfern fördern. Erfolgreiche Arnis- und Karate-Schüler hatte er bereits zuvor in Japan, Korea, Belgien, England, Italien, Norwegen, Holland, Guam, USA, Dominikanische Republik und natürliche auf den Philippinen, wo er an der Universität und der zentralen Polizei-Akademie lehrte.

Arnis ist eine neue in Europa und Deutschland noch fast unbekannte Zweikampfsportart. Gekämpft wird mit 50-70 cm langen hartholzstöcken. Fortgeschrittene kämpfen auch mit zwei Stöcken gleichzeitig oder mit ein oder zwei Macheten oder Schwertern. Arnis ist eine sehr schnelle Kampfart, bei der der Kampfstock hohe Geschwindigkeiten erreicht, was ein gutes Auge, Geschicklichkeit, Mut und eine pefekte Reaktion beim Kämpfer erfordert. Beim sportlichen Kampf sind eine nahezu unbeschränkte Zahl von Angriffs- und Verteidigungsaktionen möglich. Ein Punkt wird auch bei Entwaffnungen gegeben. Wer eine bestimmte Zielregion am Körper trifft, ohne daß der Gegner abwehren oder ablenken konnte, erhält er einen Punkt. Wer als erster innerhalb von 2 Minuten 3 Punkte erzielt, hat den Kampf gewonnen.

während in früheren Zeiten in Südostasien derartige Kämpfe häufig nicht ohne schwere Verletzungen der Kämpfer ausgingen, verlangt die "International Philippine Martial Arts Association" für sportliche Kämpfe speziellen Körperschutz, Kopfschutz, Faustschutz und Armschutz, um jegliche Gefährdung der Kämpfer auszuschließen. Zusätzlich müssen die Stockenden gut abgepolstert werden. So wurde während der mehrstüdigen Meisterschaften in Stegen auch keine Verletzung registriert.

es ist das Verdienst der "International Philippine Martial Arts Association" unter ihrem Welt-Cheftrainer C. Brocka, daß mit diesen ersten Deutschen Arnis-Meisterschaften das erste große internationale Turnier außerhalb der Philippinen in Deutschland stattfand.

Schnelle, spannende und dynamische Kämpfe begeisterten Zuschauer wie Teilnehmer. Obwohl viele Clubs erst seit kurzer Zeit Arnis praktizieren, standen die Wettkämpfe auf hohem Niveau. Das ist auch dem Umstand zuzuschreiben, daß viele Sportler zum Teil mehrjährige Kampferfahrung mit Bo-Jutsu, dem Kampf mit dem Langstab hatten. Die Turnierleitung hatte Hans-Dieter Rauscher übernommen, der als Mitbegründer des Karate in Deutschland, und dank seiner langjährigen Praxis mit vielen asiatischen Waffentechniken, zu den erfahrensten Budo-Experten in Deutschland gehört. Hauptkampfrichter war IPMAA-Cheftrainer C. Brocka, der eine hervorragende und souveräne Kampfrichter-Leistung vom ersten bis zum letzten Kampf zeigte.

Nach mehrstündigem harten Einsatz standen die ersten Deutschen Arnis-Meister fest. Erstmals in der Geschichte des Arnis nahmen auch Frauen an einem Turnier teil. Alle Beteiligten waren sich klar darüber, daß diese Meisterschaften von weitreichender sporthistorischer und kutureller Bedeutung waren, im Hinblick auf die Einführung und Verbreitung von Selbstverteidigungs-Künsten und Zweikampfsportarten aus Südostasien, speziell den Philippinen, die bisher in dieser Form in Europa noch nahezu unbekannt waren.

Budokan Emden, das Karate- und Fitness-Dojo Stegen, GSG 9 Bonn-St. Augustin und das Akademische Karate-Dojo Freiburg stellten sich als die führenden Arnis-Mannschaften in Deutschland vor.

Klasse 1 (Weiß-Schwarze Leistungsstufe):


   Johann Rosenboom (Emden)
   Gernot Hess (GSG 9 Bonn-St.Augustin)
   Gerd Gutermuth (GSG 9 Bonn-St.Augustin)
   Rüdiger Schwinte (GSG 9 Bonn-St.Augustin)
   Karlheinz Küster (Düsseldorf)
   Kurt Friedrich (Budokan Emden)

Klasse 2 (Gelb-Schwarze Leistungsstufe):


   Martin Kramer (Budokan Emden)
   Armin Koch (Karate- und Fitness-Dojo Stegen)
   Tilo Andus (Akademisches Karate-Dojo Freiburg)
   Michael Wunderlich (Karate- und Fitness-Dojo Stegen)
   Norbert Wernicke (GSG 9 Bonn-St.Augustin)
   Martin Gerstner (Baden-Baden)

Klasse Damen:


   Ulrike Meder (Karate- und Fitness-Dojo Stegen)
   Patrizia Prestel (Karate- und Fitness-Dojo Stegen)





[1]: Damals war der 5. Antas der höchste Meistergrad im Combat-Arnis. Im Laufe der Zeit wurde bis zum 10. Antas erweitert.

 
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