Budo - Kunst und Lebensform - IMAF Seite

64 Jahre
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Budo - Kunst und Lebensform

Budo

Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte des Krieges. Betrachtet man die Kultur- und Menschheitsgeschichte, so zeigt sich, daß in ihr Streit und Konflikte einen wesentlichen Teil ausmachen.

Das Kämpfen zieht sich wie eine fast ununterbrochene Linie durch die Weltgeschichte. Erst einzelne Menschen gegeneinander, dann als sich Gesellschaften bildeten, wurden die Kämpfe zwischen diesen gesellschaftlichen Gruppen ausgetragen, um schließlich zu Schlachten zwischen ganzen Nationen zu führen.

Es ist eigentlich selbstverständlich, daß die Entwicklung von Kampftechniken im Laufe der Geschichte vehement verfolgt und weiterentwickelt wurden. Vertieft man sich in das traditionelle japanische Budo, das auf einer Methodik beruht, die im Kampf entwickelt und erprobt wurde, wird es - wenn man es ernsthaft genug betreibt - zu einer Kunst, genauso wie zu einer Art zu leben.

Die Entwicklung des Jujutsu kann direkt auf die Segoku Ära (1477-1567) zurückgeführt werden, als viele Schulen gegründet wurden und diese Kampfkunst weithin praktiziert wurde. Während der fünfzig Jahre währenden Periode der Kanei, Keian und Kanmon Ära (1624-1673) entwickelten und gründeten viele Jujutsuexperten ihre eigenen Schulen. Viele Namen wie Taijutsu, Wajutsu, Kenpo, Kumiuchi, Yawara, Kogusoku oder Taido wurden verwendet, um jede Schule mit einer eigenen Identität zu versehen. Grundsätzlich beinhaltete jedes dieser Systeme Würfe, Hebel, Schläge, allgemein Methoden, einen Gegner ohne die Benutzung von Waffen zu besiegen. Doch war keines dieser Systeme vollständig. Jedes war auf bestimmte Arten von Angriff und Verteidigung spezialisiert.

Die schnelle Modernisierung Japans, die mit der Meijin Restauration (1868) begann, brachte tiefgreifende Änderungen in viele Aspekte des japanischen Lebens. Japan, befreit von dreihundert Jahren Tokugawa-Herrschaft, konzentrierte sich nunmehr auf die verschiedenen Gesellschaftsformen und Kulturen der fortschrittlichen Nationen in Europa und Nordamerika. Allgemein verloren traditionelle Künste und Beschäftigungen an Gunst, da die japanische Gesellschaft mehr und mehr nach westlicher Technologie strebte. Es war in dieser Zeit des Umbruchs als Judo geboren wurde.

Professor Jigoro Kano, der Gründer des Kodokan Judo, führte umfangreiche Studien in Bezug auf den Unterricht in verschiedenen Jujutsu Schulen durch. Seine Forschungen beinhalteten persönliches Studium bei einer Anzahl prominenter Jujutsu Meister, die Durchsicht von schriftlichen Anleitungen und historischen Dokumenten. Professor Kano legte eine Synthese der verschiedenen Jujutsu-Stile unter Vermeidung von Mängeln und Unstimmigkeiten zugrunde. Diesen fügte er seine eigenen Ideen, Techniken und Theorien von körperlichem Training hinzu. Professor Kano schrieb:

Judo ist der Weg um die Kraft des Körpers und des Geistes am effizientesten zu nutzen. Diese Übung von Angriff und Verteidigung durch ständiges Training bedeutet sowohl die Ausbildung des menschlichen Körpers und Geistes als auch die Verkörperung dieses Geistes in einem selbst. In dieser Art und Weise vervollkommnet man seine Persönlichkeit und trägt etwas zum Wohlergehen der Welt bei. Das ist das ultimative Ziel von Judo."

Da Judo nur eine Form des Budo ist, können und müssen die Worte von Professor Kano als Inspiration für Übende aller Kampfkünste dienen.

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Christian Manz

Ein Artkel des "GENDO", dem Informations-Newsletter der IMAF-Kokusai Budoin.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü