Japanreise 2002 - IMAF Seite

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Japanreise 2002

Berichte > Japanreisen Rückblick

von Detlef Matschenz, Freiburg

Der japanische Kampfkunstverband IMAF Kokusai Budoin feierte in Tokyo am 31. März 2002 mit einem großen Bankett sein 50 jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass waren neben weiteren ca. 50 Teilnehmern aus vielen europäischen Ländern und ebensovielen Teilnehmern aus den USA auch 4 der Trainer des Asien-Sport-Center Freiburg - Hans-Dieter Rauscher, Christine Rauscher, Detlef Matschenz und Angelika Walter - in Japan. Bereits vor 2 Jahren hatten die ASC-Trainer Christian Kehl und Christian Manz der europäischen Budolehrerdelegation unter Leitung von H.D. Rauscher beim Weltseminar in Tokyo angehört.

Während der 14-tägigen Reise gab es ein umfangreiches kulturelles Programm. In Kyoto führten die Besichtigungsfahrten unter anderem zu so bekannten Sehenswürdigkeiten wie Nijo-jo (ehemalige Shogun-Festung), Kinkaku-ji (Goldener Pavillion) und Ryoan-ji (Zen Park mit dem weltberühmten Steingarten) aber auch die Tempelanlage Nikko - die Begräbnisstätte der Tokugawa Shogune - in der Nähe von Tokyo fand große Bewunderung. Einige dieser Sehenswürdigkeiten sind von so großer Bedeutung, dass sie zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Im Rahmen der Feierlichkeiten gab es eine ganztägige Budogala mit Kampfkunstvorführungen der japanischen Meister. Auf Grund ihres Ausbildungsniveaus waren die Teilnehmer des ASC Freiburg eingeladen, an der Iaido- (Schwertkunst) und Karate-Aufführung teilzunehmen.

Neben den kulturellen Aktivitäten gab es auch ein umfangreiches Trainingsprogramm mit hochgraduierten japanischen Meistern. Dank des unermüdlichen Engagements der japanischen Meister wurden technische Fortschritte erzielt und neue Einblicke gewonnen. Vor allem aber wurden trotz sprachlicher Hürden freundschaftliche Kontakte geknüpft, die schon jetzt den Wunsch nach weiteren Reisen keimen lassen.

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von Cord Sander, Oldenburg

Anläßlich des 50jährigen Jubiläums der IMAF, Kokusai Budoin - Kokusai Renmei, reisten Budosportler aus aller Welt über Ostern nach Japan. Unter anderem wurden Delegationen aus den USA, Portugal, Tschechien, Österreich, Belgien, England, Brasilien und Deutschland begrüßt. Das deutsche Team, bestehend aus 34 Kampfkünstlern, stand unter der Leitung und Betreuung von Sensei H.D. Rauscher und Sensei Chr. Rauscher. Die Reise umfasste Sightseeing, Training, die Weltbudogala mit anschließendem Bankett und den World Contest.

Der 1. Tag:
Alles war perfekt organisiert und durchdacht. Am 24.03.02 erreichte das deutsche Team Tokio. Nachdem IMAF - Abgesandte das Gepäck in Empfang genommen hatten, ging die Reise gleich weiter nach Osaka / Kyoto. Osano Sensei und J. Gage Sensei erwarteten das Team am Flughafen und brachten es per Bustransfer nach Kyoto. Die Ankunft wurde mit einem reichhaltigen japanischen Festmahl gefeiert.

Mit Nijo-Jo, der alten Shogun Burg, die 1603 von Ieyasu Tokugawa erbaut wurde, begann das umfangreiche Sightseeing Programm. Begleitet von vier hervorragenden Führern und Übersetzern (H.D. Rauscher Sensei, Chr. Rauscher Sensei, Osano Sensei und J. Gage Sensei) besuchten die Teilnehmer das historische Gebäude und erfuhren viel über die Geschichte, Erbauung, Konstruktion und Sinn und Zweck der uralten Sicherheitsvorkehrungen. Weiteres Programm des zweiten Tages war: "Rokuonji" - der Goldene Pavilion und die Tempelanlagen von Kyoto "Kiyomizu - Dera". Den darauffolgenden Tag ging es mit dem Schnellzug nach Tokio. Tose Sensei, Ochiai Sensei, Hara Sensei und einige mehr nahmen das Team in Empfang und sorgten für einen reibungslosen Verlauf der folgenden Tage. Die ehrliche Freundlichkeit schuf sofort, wie auch schon in Kyoto, eine Atmosphäre der Partnerschaft und Freundschaft, in der man sich wohl und gut aufgehoben fühlte.
Die folgenden Tage bestanden aus Sightseeing, Training zur Vorbereitung auf "The World Contest" und natürlich ausreichend Freizeit zur selbständigen Eroberung Tokios. Auf dem Sightseeing Programm standen u.a. der Tokiotower, das Nationalmuseum mit einer sehr umfangreichen Ausstellung über die Geschichte Japans von 1600 bis heute. Es gab noch erheblich mehr zu sehen, aber die Eindrücke lassen sich mit Worten kaum beschreiben.

In den ersten Trainingseinheiten stellte das deutsche Team fest, wie optimal die Betreuung tatsächlich war. In jeder Sparte waren nicht nur die Großmeister wie Tose Sensei, Higuchi Sensei, Kawabata Sensei und viele mehr vor Ort, die Delegation erfuhr nahezu Privattraining bei so vielen Großmeistern, dass die Aufzählung getrennt erfolgen muß. Jedem wurde der letzte Schliff für den Contest verliehen und es wurde hart gearbeitet.

The World Contest

In den Bereichen Iaido, Kobudo, Karate und Nihon Jujutsu wurde der Kata Contest ausgetragen. Es waren u.a. Teams aus den USA, Belgien, Portugal, Tschechien, Groß Britannien , Brasilien, Schweiz, Österreich, Japan und einigen anderen Nationen vertreten, um Ihre Technik zu demonstrieren. Perfekt organisiert war der Contest am späten Nachmittag beendet und es war eindeutig, dass das deutsche Team die Rangliste anführt. Nahezu perfekte Kata wurden gezeigt und bewertet.

World Budogala

Die Sensei mieteten eigens für die Gala ein kleines (für unsere Verhältnisse schon recht großes) Theater an. Zu Beginn hielten die Vertreter der USA und Deutschland / Europa, vertreten durch Rauscher Sensei, sowie der amerikanische Botschafter, Tokugawa Sensei und einige Großmeister Reden. Es war beeindruckend, dass die IMAF aus höchsten Budokreisen, Politik und Wirtschaft Gratulationen zum 50jährigen Jubiläum erhielt.
Die Vorführen begannen mit Iaido. Die stärksten Delegationen stellten Budoka, die das internationale Niveau vorstellten und gemeinsam mit den japanischen Sensei Techniken, Kata und vieles mehr demonstrierten. So teilten im Iaido H.D. Rauscher Sensei, Chr. Rauscher Sensei, D. Matschenz Sensei und Sabatier Sensei die Bühne mit Yamaguchi Sensei, Tose Sensei, Ochiai Sensei und vielen anderen Großmeistern des Iaido. Rechnet man die Budoerfahrung, die auf der Bühne die Perfektion demonstrierte in Jahren zusammen, so durften die Zuschauer mehrere Jahrhunderte Kampfkunst erleben.
Im Anschluß boten die Karateka ihr Können dar. Unter der Leitung von Nobetsu Sensei erfuhr das Fachpublikum die internationale und japanische Perfektion. Das deutsche Team unter der Leitung von Smigielski Sensei demonstrierte Partnerübungen und Kata von besonders hohem Niveau und erhielt viel Anerkennung für die Leistung.
Das weitere Programm umfasste nach Nihon Jujutsu, mit Vorführungen von Sato Sensei, Osano Sensei, Klein Sensei und einigen mehr, Kobudo u.a. mit Kawabata Sensei, Yahagi Sensei, Kendo, Aikido mit Vorführungen von Kern Sensei und Judo. Jede Demonstration zeigte das hohe Niveau der IMAF und jede Einzelne band das Publikum. Besondere Zuschauer, wie den Persönlichkeiten, die eingangs schon der IMAF gratulierten, zeigten sich tief beeindruckt.

Am Abend wurde die Jubiläumsfeier mit einem großen Bankett beschlossen. Neben dem großen Festmahl, Reden, Keiko Musik, fanden die Ehrungen der schon bekannt gegebenen Prüfungsergebnisse der Großmeister statt. So erlebten die Anwesenden, wie u.a. Sato Sensei und Kanazawa Sensei die Urkunde zum 10. Dan erhielten, Rauscher Sensei den 8. Dan und viele mehr besonders geehrt wurden.

Die folgenden Tage verbrachten die Sportler mit intensivem Training in den verschiedenen Sparten. Unterrichtet von Großmeistern lernten sie viel Neues und konnten an den bekannten Techniken feilen. Die Betreuung war perfekt und alle konnten intensiv arbeiten. Freitag und Samstag legten viele Kämpfer noch Dan - Prüfungen ab, deren Ergebnisse im Laufe des Jahres bekannt gegeben werden.

Das letzte Highlight der Reise war der Besuch Nikkos, der alten Tempelstadt, die von Ieyasu Tokugawa im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Tokugawa Sensei selbst führte die Teilnehmer durch die Tempelanlagen und erzählte viel zur Geschichte und Erbauung.

Fazit: Die Reise war ein großer Erfolg. Die Teilnehmer lernten viel über Land, Leute und natürlich die Budokünste. Erlebnisse, wie die Budogala, Das Bankett mit den Großmeistern, die Besichtigung Nikkos unter der Leitung von Tokugawa Sensei, ließen die Reise zu einem einzigartigen Ereignis werden.

Meine Meinung: Ich werde, wenn ich es irgendwie einrichten kann, ganz sicher die nächst Reise wieder mitmachen. Erlebnisse, wie die oben geschilderten und die hervorragende Betreuung, alles war sehr gut organisiert und ich werde noch sehr lange von dieser Reise zehren und profitieren. Ich danke der IMAF, mir die Gelegenheit, an dieser Reise teilnehmen zu können, ermöglicht zu haben.

   

 
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