Meister Ralf Oschmann - IMAF Seite

64 Jahre
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Meister Ralf Oschmann

Portraits einiger Meister

Die folgenden chronologischen Ausführungensollen einen Überblick über das Leben von Ralf Oschmann geben, der sich nun schon über vierzig Jahre mit Budo auseinandersetzt.
Znächst soll Ihnen jedoch der Mensch Ralf Oschmann vorgestellt werden, um dessen Persönlichkeit, Ideen und Einstellungen zu v
erdeutlichen.
Was ist Ralf Oschmann für ein Mann? Was zeichnet ihn aus?
Begriffe wie Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit,
strukturelle Klarheit und Engagement sind nur einige wenige Eigenschaften die auf ihn zutreffen.

Diese und weitere Persönlichkeitsmerkmale unterstützen Ralf Oschmann in
seiner Passion – dem Lernen und Lehren von Aikido.
Budo spielt im Leben von Ralf Oschmann eine besondere Rolle. Aikido hört für ihn nicht am Mattenrand auf. Er trägt es mit in seinen Alltag und lebt es zu jeder Zeit – ein Aspekt den er auch stets seinen Schülern zu vermitteln versucht. Mit Offenheit und Ehrlichkeit versucht er als Lehrer seinen gesamten Erfahrungsschatz
mit seinen Schülern zu teilen, wohl dosiert und mit weitsichtiger Betrachtung der Entwicklungsmöglichkeiten seiner Schüler.

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis betrachtet er als unverzichtbare Symbiose, in dem der eine vom anderen profitiert
– Lehrer ohne Schüler können nicht existieren, Schüler nicht ohne Lehrer.

Durch einen strukturierten Trainingsaufbau versucht er komplexe Themen so greif- und erfahrbar wie möglich zu machen. Die Weiterentwicklung seiner Schüler ist dabei für Ralf Oschmann von hoher Priorität. Vierzig Jahre Budo scheinen für den Laien eine schier unendlich lange Zeit zu sein. Hat man sich jedoch auf den Weg des Budo begeben, so erkennt man, dass auch weitere vierzig Jahre mit unzähligen, neuen Erfahrungen gefüllt sein werden.

Am 21.11.1955 wird Ralf Oschmann in Castrop- Rauxel geboren.
Bereits als Kind ist Ralf sportlich interessiert, er übt sich mehrere Jahre in der Sportgymnastik und dem Geräteturnen. Über einen Freund lernt Ralf den 1. Vorsitzenden des Judo-Clubs
(Herwig Kleinedler) kennen.
Schon nach dem ersten Trainingsbesuch als Zuschauer ist Ralf begeistert. Im September 1969 tritt er mit 13 Jahren in den 1. Judo-Club Castrop-Rauxel e.V. ein.
Er nimmt an verschiedenen Wettkampfturnieren teil.

1970 sieht er erstmalig im Judo-Training Aikido- Techniken, die von einem damaligen Gastlehrer des Vereins, Jochen Schulte (7.Dan Judo / 1.Kyu Aikido), gezeigt werden. Eine schwerwiegende, bleibende Erkrankung zwingt ihn bald mit Wettkämpfen aufzuhören und er kann nur noch am regulären Judo-Training teilnehmen.
1973 erreicht er den 2. Kyu (Blaugurt) im Judo.
Anfang der 70er lernt Ralf seine Frau Angelika kennen, die er 1975 heiratet. Zu dieser Zeit ist er beim Militär und muss gezwungenermaßen eine Auszeit vom Judo nehmen.
1977 beginnt er konsequent mit seiner Frau Angelika Oschmann Aikido bei Edmund Kern (1.Dan) zu lernen. Das zentrierte Arbeiten in der Mitte, welches Bestandteil im Aikido ist, nutzt
Ralf nun um seine Erkrankung in den Griff zu bekommen.
Im selben Jahr beginnt die Zugehörigkeit zum Aikido-Verband „Deutscher Aikido Bund“ (zuvor Sektion Aikido des Deutschen Judo Bundes).
1979 übernehmen Angelika und Ralf als 3. Kyu bereits die Ausbildung der Kinder im Verein, es folgen das Amt des Pressewartes im Verein und erste Ämter auf Landesebene.
Noch im selben Jahr verlässt Edmund Kern den Verein und Ralf Oschmann übernimmt schon häufig das Training bei den Erwachsenen.

In den 70er Jahren besucht er mit seiner Frau die beliebten Sommerlehrgänge in Casteljaloux / Südwestfrankreich bei Meister André Nocquet, 8. Dan, der als erster Europäer längere Zeit in den 50er Jahren (2 Jahre) in Japan lebte, um im Hombu Dojo / Tokyu Aikido zu lernen.

1981 besteht Ralf Oschmann die Prüfung zum 1.Dan. Richtungsweisender Lehrer zu diesem Zeitpunkt ist André Nocquet, Präsident der UEA (Union Europe Aikido). Ralf erhält bis zu seinem 3. Dan (1988) alle Urkunden von Meister André Nocquet.
1982 übernimmt Ralf Oschmann die alleinige Trainerverantwortung im 1. Judo-Club Castrop- Rauxel. Im Jahr darauf wird er von den Vereinsmitgliedern zum 1. Vorsitzenden gewählt.

In den 80er Jahren ist die gesamte Familie auf der Matte, die beiden Söhne Marcel und René sind von kleinauf dabei.

Die Mitgliedszahlen in der Aikido-Abteilung wachsen ständig, man unterstützt jahrelang das Spielfest der Stadt Castrop-Rauxel oder nimmt an anderen werbewirksamen Veranstaltungen teil.

1988 lernt Ralf Oschmann Morihiro Saito Sensei (9. Dan) kennen. Saito Sensei war längster Schüler (23 Jahre) des Aikido Begründers OSensei Morihei Ueshiba. Saito Sensei wurde von seinem Lehrer O-Sensei Morihei Ueshiba zum Beschützer des Aiki Schreins und Nachfolger des Dojos in Iwama berufen.
Seit diesem Zeitpunkt folgt Ralf Oschmann dem Aikido Stil „Takemusu Aiki Iwama Ryu“ von Saito Sensei und besucht alle folgenden Lehrgänge
von Saito Sensei in Deutschland.

Ende der 80er Jahre trennen sich die Abteilungen im 1. Judo-Club und der Verein benennt sich in 1. Aikido-Club e. V. um. Ralf Oschmann bekleidet das Amt des 1. Vorsitzenden weiterhin und lenkt seither in ununterbrochener Folge als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereines bis zum heutigen Tage. Der gemeinnützige Verein hat zu diesem Zeitpunkt ca. 70 Mitglieder.

1993 geht Ralf mit seinem Lehrer nach Japan und sammelt für einige Wochen Erfahrung als Uchi Deshi im alten Dojo des Aikido Begründersin Iwama bei Saito Sensei.
Stolz ist er auf die Kalligrafie „Awaze“ die er von Saito Sensei geschenkt bekommt.
Der Verein verlässt den Deutschen Aikido Bund (DAB), der Kontakte zu verbandsfremden Lehrern (Saito) massiv unterdrückt und Dan-Mitglieder des Vereins angreift. Man schließt sich daraufhin dem Betriebssportverband (BSV).

Im BSV ist Ralf Oschmann viele Jahre als Fachwart Aikido tätig und wird mit der bronzenen Ehrennadel ausgezeichnet.
1996 wird Ralf Oschmann von seinem Lehrer Edmund Kern (5. Dan) und von Saito Sensei (9. Dan) der 4. Dan im Takemusu Aiki Iwama Ryu verliehen.
1999 schließt Ralf Oschmann sich mit seinen Schülern aufgrund der unklaren Entwicklung im Graduierungssystem im Takemusu Aiki Iwama Ryu - zu diesem Zeitpunkt ist Morihei Saito
bereits stark erkrankt (gestorben 13.05.2002) der Kokusai Budoin (IMAF) an.

Um ca. 2000 entdeckt Ralf Oschmann mit seiner Frau Angelika (4. Dan) den Tango Argentino. Die Bewegungs- und Rhythmuserfahrungen zeigen ihm Parallelen zum Aikido sowohl im Kihon als auch im Awaze beim Führen mit „Ki“. Ralf und Angelika (Bild v.l.) haben Show-Auftritte mit der Gruppe „TodoTango“. Viele Erfahrungen fließen von nun an in beide „Leidenschaften“ ein und werden auch an die Schüler im Dojo weitergegeben.

Seit 2000 leitet Ralf in Berlebeck / Teutoburger Wald einmal jährlich einen traditionellen Lehrgang „Gasshuku“ im Sinne der erlebten Tradition des Iwama Ryu von Saito Sensei mit dem morgendlichen 7:00 Buki-waza Training.
Jährlich richtet er ein Frühlingsfest in seinem Gartenhaus aus und lädt in den Sommerferien (turnhallenfreie Zeit) seine Schüler zum beliebten Training in sein Gartenhaus (9 Tatami- Raum) ein.

2003 legt Ralf auf dem IMAF Weltseminar in Düsseldorf die Prüfung zum 5. Dan ab.
Neben den Besuchen der IMAF Weltseminare in Namborn, Billerbeck und Moers besucht Ralf auch weiterhin die Lehrgänge von Hitohiro Saito Sensei in Deutschland.

Hitohiro Saito Sensei hat die Nachfolge seines Vaters angetreten, allerdings musste er sich vom Weltverband „Aikikai“ trennen und gründete einen eigenen Verband “Iwama Shinshin AikiShurenkai“, um hier die Arbeit seines Vaters in der besonderen Ausbildung des Kihon im Taijutsu und dem Umgang mit dem Stab und dem Schwert fortzuführen. Das alte Dojo von O Sensei ist wieder im Besitz der Familie Ueshiba.

Der Verein hat nun 100 Mitglieder, dabei sind 17 langjährige Schüler vom 1. bis zum 4. Dan. Seit 2008 unterrichtet Ralf Oschmann in einem monatlichen Zentraltraining „Special Keiko“ in seinem Dojo Lehrer unterschiedlicher Verbände
(BDAL, Aikikai, DAB, NWAV und IMAF).

2008 ist er als Lehrer auf einem Wochenlehrgang in der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach eingeladen.

Auf den internationalen IMAF-Seminaren (Samurai-Camp) in Stegen / Freiburg ist er seit 2008 als „Instructor“ tätig.

Ralf Oschmann hat ein Dojo- und Bukiwaza- Handbuch herausgegeben in dem die Waffentechniken des Iwama Ryu und die Etikette im Dojo und um das Aikido herum beschrieben werden. Im Jahr 2008 wird er für die Ehrennadel der Stadt Castrop-Rauxel für das jahrzehntelange ehrenamtliche Wirken in seinem Verein vorgeschlagen. Der Verein ist auf Wunsch des Landessportbundes NRW, der sämtliche Kampfkunstvereine wieder in einem Dachverband vereinen möchte, seit 2009 Mitglied im Nordrhein-Westfälischen Aikido-Verband (NWAV). Der NWAV garantiert seinen Vereinen eine freie Wahl der Lehrer und Stilrichtungen und ist dem Budo-Dachverband Deutschland angeschlossen.

2009 feiert Ralf Oschmann sein 40jähriges Budo-Jubiläum mit einem Lehrgang, bei dem auch seine ranghohen Schüler ihre Aikido- Erfahrungen demonstrieren können.

Der 1. Aikido-Club Castrop-Rauxel e.V. ist mit aktuell 17 IMAF-Mitgliedern die stärkste Aikido- Gruppierung der IMAF in ganz Deutschland.

Der Verein hat über Jahrzehnte Vereinslehrgänge mit Edmund Kern ausgerichtet. Seit Jahren fungiert Ralf Oschmann als Beisitzer bei den IMAF DAN-Prüfungen im Dojo. 2009 unterstützen Ralf Oschmann mit seinem Sohn René (2. DAN) als „Kampfkunstexperten“ das ansässige Westfälische Landestheater „WLT“ bei der Inszenierung des Dschungelbuchs, hier insbesondere bei den Kampfszenen im Drehbuch.

Die Autorin: Ramona Walter

Ramona Walter (Zweite v. l.) hat 1996 im Alter von 11 Jahren mit Aikido im Kindertraining bei Angelika Oschmann (4. Dan) begonnen und 2007 erfolgreich die Prüfung zum 2. Dan abgelegt.

 
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