Nippon no Budo - IMAF Seite

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Nippon no Budo

Budo

SEIRYOKU ZENYO (The best use of energy; der beste Gebrauch von Energie)
JITA KYOEI (Mutual prosperity; gemeinsames Glück)
Scrolls written by/Kalligraphie von
Kazuo Ito Sensei, Meijin 10th Dan

Nippon no Budo (Kampfkunst in Japan)


Eines der Grundprinzipien der Kokusai Budoin, IMAF ist die verschiedenen Kampfkünste die das traditionelle Budo umfaßt, aufrecht zu erhalten und für ein besseres Verständnis zu sorgen. Es gibt viele Gesichtspunkte von Bräuchen, die mehr als 1000 Jahre zurückreichen und die ein kulturelles Eigentum ausmachen, daß mit Menschen aller Länder geteilt wird. Es ist jedoch wichtig, sich zu vergegenwärtigen, daß das Wort "Kampfkunst" im Englischen, (wie auch im Deutschen; Anm. d. Übersetzers) sehr allgemein bezüglich des Umfangs gehalten ist. Es beinhaltet beide, die alten Stile (Ko-ryu), sowie die modernen Stile (Gendai-ryu).

Heiho, Buge und Bujutsu wurden alle mit "Schule oder Methodik des Soldaten" übersetzt und sind alle geschichtliche Ausdücke der Kampfkünste vor der kaiserlichen Wiedereinsetzung 1868. Ausbildungsmethoden der Soldaten beinhalteten in erster Linie Kenjutsu (Benutzung des Schwerts), Sojutsu (Benutzung des Speers), Kyujutsu (Bogenschießen) und Kumi-uchi (Ringen). Diese Kampfarten wurden in einer Zeit entwickelt, in der Krieg immer möglich war: das sofortige Unschädlichmachen derjenigen, auf die man im Kampf traf, war eine Sache auf Leben und Tod. Zu dieser Zeit bestand die Gesellschaft in Japan aus hochstrukturierten Klassen, mit den Samurai (Berufssoldaten) an, oder nahe der Spitze. Obgleich es für die Regierung vernünftig und nützlich gewesen wäre, Gesetz und Ordnung aufrecht zu erhalten, wurde dies mit wenig oder gar keiner Rücksicht auf die unteren Klassen der Gesellschaft getan.

Mit der Einsetzung einer Gesamtregierung in Edo (dem jetzigen Tokyo) und der Vereinigung Japans kam dauerhafter Frieden für viele Teile des Landes das erste Mal seit Jahrhunderten. Die darauffolgende Zeit des Friedens und Wohlstandes brachte tiefgreifende Änderungen in die Ausführung der Kampfkünste und in die Gesellschaft im Allgemeinen. Methoden, die auf dem Schlachtfeld nützlich waren, wurden nutzlos zur Aufrechterhaltung des Friedens in den Städten und Dörfern, die in dieser Zeit wuchsen und gediehen. Während dieser Zeit erhielt der Normalbürger zum ersten Mal die Möglichkeit selbst am Kampfkunsttraining teilzunehmen. Weder war es dem Bürger des alten Japan erlaubt, Waffen zu tragen, noch hatte er das Vorrecht des höheren sozialen Rangs, das den Samurai erlaubte, einen Streit mit tödlicher Endgültigkeit abzuschließen. Daher wurden Methoden des bewaffneten Kampfes, die es erlaubten einen Gegner zu kontrollieren, ohne auf tödliche Kraft zurückgreifen zu müssen, immer wichtiger in den vielen Schulen, die sich in dieser Zeit entwickelten.

Viele der Stile und Traditionen, die sich während der Edo-Periode (1600-1867) etabliert hatten, haben noch großen Einfluß auf die heutigen Kampfkünste. Aufbauend auf die Grundlagen des ehemaligen Ko-ryu, blieben die Traditionen: harte Arbeit, Fleiß, Hingabe zur eigenen Schule und Lehrer im Zentrum des heutigen Budos übrig. Die Methoden des Kenjutsu sind die Grundlage von Kendo und Iaido. Kyujutsu wird nun als Kyudo geübt. Die Naginata (eine traditionelle Hellebarde) wird immer noch im Naginatado benutzt. Die vielseitigen Techniken des Kumi-uchi oder Yawara sind heutzutage bekannt als Aikido, Judo und Jujutsu.

1868 änderte sich die Regierung von Japan drastisch von einem feudalen System, basierend auf erblichem Landbesitz, zu einer konstitutionellen Monarchie. Die Einrichtung einer gewählten Regierung beendete die Einteilung der japanischen Gesellschaft in Klassen und ist auch heute die Basis des friedlichen Zusammenlebens in Japan.

Budo, der Sammelbegriff heutiger Kampfkünste, basiert auf Respekt vor seinen Mitmenschen, vor der Gemeinschaft als Ganzes und ist wahrhaftig eine Methode miteinander auszukommen. Wohingegen Bujutsu, Techniken die vor allem dazu entwickelt wurden, einen Gegner zu vernichten, mit welchen nötigen Mitteln auch immer, nur noch für Mitglieder des Miltärs oder der Exekutivorgane der Regierung wichtig sein dürften.
Die Beschäftigung mit Budo erfordert, als einer Art zu Leben, erfordert Hingabe und Fleiß. Von Anfang an beinhaltet die Oraxis, technisches Training in den Grundlagen der Kampfkunst, die Regeln des Dojos (Trainingsraum) respektieren zu lernen und während des Trainings auf die Sicherheit des anderen zu achten. Die Lehre die man daraus zieht, mit anderen zu arbeiten und sie zu respektieren, läßt sich am besten anhand eines Spruchs des berühmten Jigoro Kano, dem Begründer des Kodokan Judo, veranschaulichen, "gegenseitiger Respekt und maximale Wirksamkeit beim Üben". Mit der Zeit nehmen Kampfkunststudenten die Lehren aus dem Dojo hinüber in ihr tägliches Leben. Genau darin liegt der große Nutzen von Budo, indem er nicht nur dem Einzelnen dient, sondern der ganzen Gemeinschaft. Das Dojo, als ein Zentrum des Lernens und Studierens, mit Schülern in ihren jeweiligen gesellschaftlichen Rollen als aktive Glieder. Das ist Nippon No Budo.

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Christian Manz und Frauke Steinhagen

Ein Artkel des "GENDO", dem Informations-Newsletter der IMAF-Kokusai Budoin.

 
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